Was ist eine KPU bzw. HPU ?

Bei der KPU Kryptopyrrolurie und der HPU Hämopyrrollaktamurie handelt es sich um eine Stoffwechselstörung der Häm-Synthese (des roten Blutfarbstoffes). Pyrrole sind Bausteine des roten Blutfarbstoffes und werden an Gallensäuren gebunden über den Stuhl ausgeschieden. Das Hauptproblem an dieser Stoffwechselstörung ist, dass es zu einem hohen und ständigen Verlust an dem lebenswichtigen Vitamin B6, Mangan und Zink kommt. Diese Stoffe werden vermehrt über den Urin ausgeschieden und nehmen oftmals auch andere Mikronährstoffe wie Chrom, Magnesium und Vitamin D mit. Die Menge der ausgeschiedenen Mikronährstoffe ist enorm und kann durch eine normale Ernährungsweise nicht ausgeglichen werden. Ein Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien kann zu vielfältigen Symptomen führen.

 

Mögliche Symptome der KPU / HPU:

  • Starke Erschöpfung und Müdigkeit (Hauptsymptom)
  • Depressionen, Psychosen
  • Arthrose, chronische Muskelschmerzen, Fibromyalgie, Osteoporose, Rheumatische Beschwerden
  • Unspezifische Autoimmunsymptome (Morbus Basedow, Hashimoto Thyreoiditis, Multiple Sklerose, Psoriasis)
  • Unverträglichkeit von Eiweiß, Fruktose, Gluten, Medikamenten
  • Bei Kindern: ADHS, Konzentrationsstörungen

 

Die KPU / HPU kann erworben oder vererbt werden und betrifft ca. 10% der Bevölkerung. Dabei kommt die erworbene Form häufiger vor. Die Betroffenen merken oft jahrelang nichts von dieser Stoffwechselstörung. Stressige Situationen lösen oft erstmals die Beschwerden aus. Frauen sind häufiger betroffen.

 

Wie wird eine KPU / HPU diagnostiziert?

Über einen speziellen Urin-Labortest (erster Morgenurin oder 24-Stunden-Sammelurin) kann die Pyrrolausscheidung gemessen werden. Voraussetzung: 1-2 Wochen vor dem Test keine Einnahme von Vitamin B6, Mangan und Zink. Die Kosten für den Urintest betragen ca. 35 € und werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen!

Ergänzend kann über eine Blutuntersuchung eine Messung des aktiven Vitamin B6, Mangan und Zink die Diagnose absichern.

 

Therapie:

Wenn die Diagnose durch das Labor bestätigt ist, kann man die Stoffwechselstörung gut behandeln. Es werden die fehlenden Vitamine und Nährstoffe aufgefüllt und die Entgiftungsfunktion des Körpers unterstützt.

Häufig findet man bei Patienten mit einer KPU / HPU weitere mitochondriale Dysfunktionen (Mitochondriopathien). Eine Mitochondriopathie ist eine Störung der Mitochondrien, die „Kraftwerke der Zelle“. Dies geschieht durch längerfristige Mikronährstoffmängel, z.B. durch einen erhöhten Verbrauch (wie bei der KPU / HPU) oder durch langanhaltenden Stress. Auch oxidativer Stress (fehlende Antioxidantien im Körper), chronischer Stress durch stille Entzündungen („silent inflammation“) und Schwermetallbelastungen können dazu führen.