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Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Bei einer Autoimmunerkrankung macht der Körper einen Fehler. Statt gegen Krankheitserreger vorzugehen, greift er körpereigenes gesundes Gewebe an. „Autos“ (altgriechisch) bedeutet gegen sich selbst gerichtet. Warum es zu dieser Fehlreaktion des Immunsystem kommt, ist trotz intensiver Forschungsarbeit bis heute nicht geklärt.

Ziel eines fehlerhaften Abwehrsystems kann fast jede körpereigene Struktur sein. Daher ist das Spektrum der Autoimmunerkrankungen breit gefächert. Es gibt weltweit über 100 verschiedene Autoimmunerkrankungen und es gibt bestimmt noch viele unerkannte mehr. 5-8% aller Menschen sind betroffen und die Zahl steigt stetig. Auch bei Kindern nehmen die Neuerkrankungen zu.

Ist nur ein Organ oder eine Gewebestruktur von der Autoimmunerkrankung betroffen, wie zum Beispiel bei der Hashimoto Thyreoiditis, richtet sich das Immunsystem primär gegen die Schilddrüse. Dabei muss man beachten, dass der Hashimoto keine Erkrankung der Schilddrüse im eigentlichen Sinn ist, wie bei der Über- und Unterfunktion der Schilddrüse, sondern ein Problem unseres Abwehrsystems. Durch die Beschädigung der Schilddrüse kann diese ihre Funktion (Bildung der Schilddrüsenhormone) nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr ausführen. Dadurch kommt es zu den typischen Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion: Gewichtszunahme, brüchige Haare, Hauttrockenheit, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Verstopfung.

Es kann aber auch sein, dass das Abwehrsystem gleichzeitig verschiedene Organe und Gewebe attackiert, dann spricht man von einer systemischen Autoimmunerkrankung.

Eine unbehandelte Autoimmunerkrankung kann durch chronische Entzündungsreaktionen zur vollständigen Zerstörung des betroffenen Organs oder bei systemischen Formen zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose mit entsprechender Therapie sehr wichtig.

 

Zu den systemischen Autoimmunerkrankungen zählen:

  • Arteriitiden (Autoimmunerkrankungen großer Arterien)
  • Kollagenosen: systemischer Lupus erythematoides, Mischkollagenosen, Sjörgren-Syndrom, Polymyositis und Dermatomyositis
  • Systemvaskulitiden (Autoimmun-Gefäßentzündungen)

 

Zu den organspezifischen Autoimmunerkrankungen gehören:

  • Colitis ulcerosa (Auto-Antikörper gegen die Darmschleimhaut)
  • Diabetes mellitus Typ 1 (Auto-Antikörper gegen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse)
  • Hashimoto Thyreoiditis (Auto-Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe)
  • Morbus Basedow (Auto-Antikörper gegen TSH-Rezeptoren der Schilddrüse)
  • Multiple Sklerose (Auto-Antikörper gegen die Myelinscheide der Nervenfasern)
  • Zöliakie (Auto-Antikörper gegen die Dünndarmschleimhaut)

 

Bei welchen Symptomen sollten Sie an eine Autoimmunerkrankung denken?

  • Abwechselndes Frösteln und Hitzewallungen (außerhalb der Wechseljahre)
  • Chronische Müdigkeit und ständige Erschöpfung
  • Darmprobleme und Leaky Gut
  • Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme ohne Veränderung der Ernährung und Sportpensum
  • Gelenkschmerzen
  • Haarausfall
  • Konzentrationsstörungen, die den ganzen Tag über anhalten („Brainfog“)
  • Muskelschmerzen und abnehmende Muskelkraft
  • Wiederkehrende Infekte
  • Wiederkehrende Kopfschmerzen
  • Wiederkehrende Übelkeit

 

Mögliche Ursachen:

  • Genetische Veranlagung (Autoimmunerkrankungen treten familiär gehäuft auf)
  • Infektionen (bestimmte Bakterien und Viren können das Immunsystem fehlleiten, z.B. Borrelien, Epstein-Barr-Virus EBV, Streptokokken)
  • Impfungen (besonders auffällig ist das Auftreten von Multipler Sklerose nach Impfungen gegen FSME, Masern, Polio, Tetanus)
  • Schadstoffe, Umweltfaktoren, Glyphosat
  • Phasen hormoneller Umstellungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Stress (besonders Nebennierenschwäche)

 

Warum kann ein Leaky Gut (durchlässige/löchrige Darmschleimhaut eine mögliche Ursache sein?

Im Darm leben Billionen von Bakterien, die für ca. 80-85% unseres Immunsystem verantwortlich sind. Bei einer gesunden Darmflora (Mikrobiom) sorgen die guten Bakterien dafür, dass die schlechten Bakterien nicht Überhand nehmen. Ein Ungleichgewicht in der Darmflora (Dysbiose) oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann dazu führen, dass die Darmschleimhaut durchlässig wird (Leaky Gut Syndrom). Durch diese Löcher gelangen Allergene, Giftstoffe und Krankheitserreger in den Blutkreislauf und führen zu Entzündungen, Infektionen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen.

Daher kann die Sanierung der Darmflora eine wichtige Maßnahme zur Prävention von Autoimmunerkrankungen sein.

 

Wie wird eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert?

In einer Blutuntersuchung werden die Entzündungswerte und Autoantikörper untersucht. Ärzte können durch Röntgen, Ultraschall, Szintigraphie oder MRT Veränderungen an den betroffenen Organen feststellen.

 

Behandlung von Autoimmunerkrankungen

Die Schulmedizin geht davon aus, dass eine Autoimmunkrankheit nicht heilbar ist. Es wird versucht, die chronische Entzündung zu unterdrücken (Kortison, Immunsuppressiva) und /oder fehlende Hormone (z.B. bei Hashimoto Thyreoiditis) zu geben.

Die Naturheilkundliche Behandlung bietet verschiedene Möglichkeiten, den chronischen Entzündungsprozess aufzuhalten, durch Ernährungsumstellung, Darmsanierung, Homöopathie und Pflanzenheilkunde, Auffüllen von Nährstoffmängeln und einiges mehr.